TuS Erkersreuth löst Kickers ab und FC Rehau verteidigt Titel bei den Ü30.

 

An vielen Stellen in Selb wurde am Wochenende groß Party gemacht aber bekanntlich ist die Party am schönsten mit der nicht so viele gerechnet haben. So sicher auch die Party im Vereinsheim des TuS Erkersreuth deren Herrenmannschaft verdient, wenngleich am Ende etwas glücklich, den Titel des 34. Selber Stadtmeisterschaft im Hallenfußball kräftig feierte und zudem den nagel-neuen Pokal aus den Händen des Schirmherren Wolfgang Tuma von der Sparkasse Hochfranken in die Höhe stemmen durften. Der TuS löste dabei die Kickers ab, die ja nach dreimaligem Erfolg den Pokal ihr Eigen nennen durften.

 

Man kann durchaus von einem Paukenschlag sprechen für den die erste Garnitur des TuS an diesem Samstagnachmittag, vor leider nur wenig interessierten Fußballfans sorgte, denn die Mehrzahl der Fußballer und Fans hatten eigentlich nur den Klassenprimus Kickers Selb auf dem Papier. Vereinzelt hörte man aber auch schon den Namen des TuS und der größte Teil der Anwesenden hatte das Spiel TuS gegen Kickers auch als Endspiel schon im Gedanken.

 

Beide Teams waren es auch, die nach den Vorrunden die beiden Gruppen anführten. Der TuS marschierte ohne Verlustpunkt und ohne Gegentor durch die ersten drei Spiele, während sich der erste Anzug der Kickers nach zwei souveränen Siegen gegen TV Selb-Plößberg 6:1 und der zweiten Mannschaft des TuS mit 4:0 einen Ausrutscher gegen den FC Marktleuthen 0:1 leistete. In diesem Spiel verletzte sich nach einem ungeahndeten Foulspiel leider Bösel am Knie, so dass dieses Turnier für ihn beendet war. In der Gruppe A waren mit den Kickers, dem TV Selb-Plößberg und dem FC Marktleuthen gleich drei Mannschaften punktgleich. Das bessere Torverhältnis sprach aber für die Kickers als Gruppenerster und für die Plößberger als Gruppenzweiter. Den Sportkameraden aus Marktleuthen blieb nur der dritte Platz vor dem TuS 2. In der Gruppe B  kam nur einmal richtig Spannung auf, im Spiel Selb 13 gegen Kickers II. Hier hatten die Kickers das Glück auf ihrer Seite, als der Schiedsrichter kurz vor Ende des Spieles beide Augen bei einem Kickersvergehen zukneifte. Dieses Spiel endete 1:1. Da die SpVgg ihr Spiel gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Grünhaider Akteure mit 6:0 gewann, mussten die Kickers gegen die Grünhaider mindestens mit der gleichen Tordifferenz gewin-nen um ins Halbfinale zu marschieren. Dies gelang auch mit einer wahren Punktlandung beim 7:1. Hier taten sich die Torschützen Sturm und Parlakillic hervor.

 

Im ersten Halbfinale zwischen dem TuS Erkersreuth I und dem TV Selb-Plößberg ließen die Mannen von Trainer Radim Brtva nichts anbrennen. Ulbricht und Mlika waren kaum zu brem-sen, wenngleich der TV nach dem 0:1 das Spiel lange offen hielt. Erst in den Schlußminuten machte der TuS das 3:0 perfekt. Keinerlei „Stallorder“ gab Kickerstrainer Jacob Schleicher für das Halbfinale der beiden Teams von Kickers Selb aus. Wie es halt in den Genen der Men-schen ist, will der „Zweite“ im „Erster“ sein und so griffen die Spieler von Kickers II forsch und ohne Hemmung an. Plötzlich stand es 2:0 und TW Maisel war stinksauer, was ihm zudem die gelbe Karte einbrachte. Auch das zwischenzeitliche 2:2 sollte am Ende nicht für die etwas überheblich auftretenden Kickers I, die ihr sicher vorhandenes technisches Potential kaum abrufen konnten, reichen, um noch den Sieg einzufahren. Mit dem Feingefühl von Sturm und Parlakillic, dem kampfbetonen Einsatz von Peschek und Scharnagl sowie dem „Publikums-liebling“ TW Hirschmann zwischen den Pfosten gelang dem zweiten Anzug beim 4:3 Sieg eine nicht erwartete Sensation.

 

In den Platzierungsspielen wurde der TuS II Siebter vor dem SC Grünhaid (3:1), während das niveaulose Gekicke zwischen Marktleuthen und der SV mit 3:2 für den FC ausging. Bezeich-nend für unansehnliche Spiel ein Schuss von Lapschin direkt nach dem Anpfiff, der nur beim Rugby als Treffer durchgegangen wäre. Auch das niveaulose und ordinäre Geschrei eines alkoholisierten Fans trug nicht zu einer besseren Stimmung auf den Rängen bei. Im „kleinen Finale“ war für Kickers I Wiedergutmachung angesagt. Kura mit zwei Trefffern war der Weg-bereiter für den 3:1 Erfolg.

 

Mit 2:0 hatte der TuS I in der Gruppenphase noch Kickers II besiegt, doch die wurden im Laufe des Turniers immer mutiger und dies zeigte sich auch im Endspiel, welches zumindest an Rasse und Spannung gewann. Zunächst nutzte Kickersneuzugang Karakalpakis eine zwei Minuten Strafe für den TuS aus und konnte TW Sprenger erstmals im Turnier überwinden. Doch auch auf der Gegenseite nutzte der TuS eine zwei Minuten Strafe durch Svelha zum Ausgleich und nur kurz darauf gelang Nendza die Führung. Kickers II warf alles nach vorne und wurde durch ein herrliches Tor von „Oldie“ Scharnagel belohnt. Somit musste der Stadt-meistertitel im 9m-Schießen gefunden werden. Alle angetretenen Schützen waren sehr kon-zentriert und ließen den Keepern Hirschmann und Sprenger keine Chancen. Selbst die beiden Keeper waren im Torabschluss erfolgreich. Erst der zehnte Schuss von Kickers II durch Parlakillic brachte die Entscheidung. Sein zu diesem Zeitpunkt unnötiger „Chipball“ ging nur an die Latte, während Mlika zum vielumjubelten Siegtreffer traf.

 

Leider muss man bei diesem Turnier feststellen, dass das Niveau gegenüber den früheren Jahren immer schwächer wird und auch die Lust am technisch versierten Spiel mehr und mehr verloren geht. Dies sicher auch der Grund warum so viele Fans dem Turnier fern blieben. Nur bei einigen Szenen durch den Marktleuthern Mattes, dem Kickersakteur Parlakillic und nach einem satten Schuss in den Winkel durch Braun vom TV Selb-Plößberg kam mal kurzzeitig Stimmung auf. Auch bei der Siegerehrung zeigte sich dieses Bild, als schon viele Spieler den Heimweg antraten und nicht mehr die Pokalüberreichung erleben wollten. Selbst der beste Torschütze des Turnier Tomas Sturm von den Kickers wollte seinen Preis nicht mehr entgegen nehmen. Absolute Ausnahme das Team des SC Grünhaid, die trotz ihrer technisch und spielerischen Mängel, ein absolut faires Turnier spielten, zwei viel-umjubelte Treffer erzielten, einen aufopferungsvollen Torwart zwischen den Posten hatten und bei Siegerehrung mit allen Mannen anwesend waren.

 

 

 

Zum 30.Mal wurde die Stadtmeisterschaft im Hallenfußball auch für Ü30 Mannschaften ausgetragen. Da es im Selber Fußball leider nur noch zwei Vereine gibt, die AH-Mann-schaften aufbieten können, wurde erstmals dieses Turnier in einen Ü30 Hallencup „umbe-nannt“. OB Uli Poetzsch, der traditionell auch als Schirmherr fungierte, freute sich sehr dar-über, dass dieses Turnier trotzdem seine Fortsetzung findet und das so viel befreundete Vereine auch von Auswärts den Weg nach Selb fanden. Erfreulich auch, dass die SpVgg Selb 13, die ansonsten mit Erkersreuth und Selb-Plößberg eine Spielgemeinschaft bilden, an diesem Tag ein eigenes Team auf die „Platte“ brachte.

 

In der Gruppe A marschierte der Titelverteidiger FC Rehau unaufhaltsam durch. 4:2 gegen Selb 13, 4:0 gegen SpVgg Oberkotzau und gar 7:1 gegen Marktleuthen brachten den Gruppensieg. Ähnliches gelang Vorwärts Röslau in der B-Gruppe. 3:0 gegen den Oberpfalz-vertreter TSV Konnersreuth, 2:1 gegen Kickers Selb und 1:1 gegen die SG TuS Erkers-reuth/TV Selb-Plößberg brachten hier den Gruppensieg. Das Team des Ausrichters von Kickers Selb musste sich mit Platz 3 begnügen, da sie bereits im ersten Spiel nach 3:1 Führung gegen die SG noch den Ausgleich hinnehmen mussten und hier schon das Halb-finale verspielt wurde.  Die beiden besten Teams des Turniers FC Rehau und Vorwärts Röslau ließen sich im Halbfinale nicht die „Butter vom Brot“ nehmen. 3:1 gegen die SG und 2:1 gegen Selb 13 brachten ihnen das Endspiel. Marktleuthen wurden in diesem Turnier Siebter vor dem TSV Konnersreuth und die Kickers schossen sich den Frust aus dem Leib beim 6:1 Erfolg über Oberkotzau. Die SV holte sich Platz drei mit einem 2:1 gegen die SG TuS Erkersreuth und einen sicheren Sieg und somit die erneute Titelverteidigung gelang den Sportkameraden aus der Lederstadt Rehau beim 3:0 über Röslau. Aus den Händen von OB Uli Poetzsch, dem Stadtsportvorsitzenden Stefan Merz und AH-Leiter Thomas Mönch be-kamen alle Teams „kostbare“ Speisen und Getränke. Auch wenn das Turnier unter der schwachen Vorstellung zweier Schiedsrichter etwas zu leiden hatte, so muss man allen Spielern großen Respekt zollen vor der großen Fairness die sie bei diesem Turnier an den Tag legten.