Kickers machen frühzeitig "Nägel mit Köpfen"

Die Vorrunde in der Landesliga Nord-Ost neigt sich jetzt fast dem Ende. Nur zwei Spiele stehen dabei noch an. Zuhause am kommenden Samstag im Verfolgerduell um 14.00 Uhr gegen den TSV Buch und eine Woche später beim ASV Vach. Ein Grund schon jetzt mal ein kleines Resümee zu ziehen über die erste Saison nach über 40 Jahren Wartezeit in Selb im Landesligafußball und dabei mit der SpVgg Bayern Hof, Vorwärts Röslau, SV Mitterteich zu den vier besten Mannschaften im Spielkreis Hof-Marktredwitz-Tirschenreuth zu gehören. Ein weiterer Grund besteht aber auch darin, dass die Vorstandschaft der Kickers mit Stefan Specht an der Spitze und die sportliche Leitung mit Jakob Schleicher an der Spitze bereits jetzt schon im sportlichen Bereich „Nägel mit Köpfen“ machen und ihren Trainer Martin Damrot mit einem neuen Vertrag bis Saisonende 2022 ausstatten. Dazu haben wir mit Martin ein Interview gemacht, welches wir natürlich an dieser Stelle gerne unseren Fans, Sponsoren und interessierten Lesern weitergeben wollen.

 

Kickers:

Wie bist Du mit dem Verlauf jetzt kurz vor Ende der Vorrunde zufrieden und sind Deine Er-wartungen an das Team erfüllt worden?

Martin Damrot:

Wir sind sehr gut gestartet und zuletzt in ein kleines Tief abgerutscht, dass hätte nicht sein müssen. Durch Verletzungen und Krankheiten haben wir ein wenig den Fokus und die Ziel-strebigkeit verloren, dennoch können wir als Aufsteiger mit der aktuellen Tabellensituation zufrieden sein. Auf diesem Weg will ich auch meinem Trainerteam danken, die mich viel unterstützen.

 

 

Kickers:

Wenn man sich die Vorrunde in der Landesliga genauer ansieht so gibt es doch einige Überraschungen. So u.a. das alle drei Neulinge im vorderen Tabellenbereich zu finden sind und das sich hochgehandelte Teams doch schwer tun so richtig in Tritt zu kommen. Wie ist hierzu Deine Einschätzung?

Martin Damrot:

Die Aufsteiger, also wir auch, haben natürlich die Euphorie genutzt und sind prima in die Saison gestartet. Die Absteiger haben die Liga vielleicht ein wenig unterschätzt und sind dadurch ein bisschen ins Hintertreffen geraten. Dennoch sind die Vereine wie z.B. Neudrossenfeld oder der Absteiger Erlangen/Bruck in Schlagdistanz.

 

Kickers:

Was ist für Dich nach der Vorrunde die größte Überraschung?

Martin Damrot:

Das wir tatsächlich in Reichweite zu Platz 2 stehen. Im regionalen Fußball sieht man immer nur unsere Zugänge die unser verstärkt haben und absolut notwenig waren, da wir mit einer „Rumpf-11“ aufgestiegen sind. Betrachtet man aber die Vereine aus Mittelfranken, wo teilweise Ex-Profis mitmischen, sind wir in einer kompletten anderen Welt unterwegs, da kann Mitterteich, Röslau, wir oder auch Neudrossenfeld nicht mitspielen.

 

Kickers:

Wer die beiden letzten Spiele Deiner Mannschaft gesehen hat, sah ein Team mit zwei Gesichtern. Im Derby in Mitterteich präsentierte sich Dein Team wohl mit dem schlechtesten Saisonspiel. Dagegen brillierte nur eine Woche später die Mannschaft beim 3:2 Sieg in Schwaig. Du hast zusammen mit der sportlichen Leitung der Kickers das Spiel in Mitterteich analysiert. Was genau wurde angesprochen bzw. geändert, dass man in Schwaig wieder ein anderes Team zu sehen bekam?

Martin Damrot:

Hier wurden intern Dinge angesprochen, die es in Zukunft nicht mehr geben wird, dass bleibt aber Mannschaftsintern. Nur so viel: Unsere „jungen Wilden“ wie Fabian Bösel, Joe Hamann oder Daniel Sedlacek können nicht alleine die Kohlen aus dem Feuer holen. Durch eine Videoanalyse wurde der Mannschaft ihrer Stärken, aber auch ihre Schwächen aufgezeigt.

Zusätzlich hab ich einen neuen Kapitän bestimmt: Waldemar Schneider ist neuer Kapitän und Kevin Winter sein Vertreter. Fernando Redondo wurde nicht abgesägt, sondern hat mir von seinen eigenen Bedenken berichtet (vor 2-3 Wochen), dass er mit seiner aktuellen Präsenz die Mannschaft nicht mehr voll erreichen kann, da er immer öfters ausfällt, d.h. er ist durch sein abgeschlossenes Studium fest ins Berufsleben eingestiegen und sein Knie macht immer wieder Probleme, sodass er maximal einmal die Woche trainieren kann, d.h. er wurde nicht „abgesägt“ oder degradiert, sondern sieht das große Ganze. Das spiegelte auch seine Leistung am Wochenende wieder. Was aber am wichtigsten war, ist der Mannschaft aufzuzeigen, dass man bei den aktuellen Platzverhältnissen, nicht mehr alles spielerisch lösen kann, sondern auf altbewehrtes zurückgreifen muss – Laufbereitschaft und Kampf!

 

Kickers:

Du hast in der letzten Woche zusammen mit der sportlichen Leitung der Kickers unter der Federführung von Jakob Schleicher Deinen Vertrag bis Saisonende 2022 verlängert. Eine weit vorausschauende Entscheidung zu einem frühzeitigen Zeitpunkt. Was gab dafür den Ausschlag?

Martin Damrot:

Ehrlich gesagt kam diese Entscheidung ein wenig überraschend für mich, da ich am Freitag mit der kompletten Vorstandschaft  und dem sportlichen Leiter, Jakob Schleicher, ein Gespräch hatte, wo sie ein Konzept aufgezeigt haben wollten, d.h. im Klartext von der jetzigen Situation, aber auch der Zukunft. Unter der Woche hat Jakob Schleicher mir den neuen Vertrag vorgelegt – noch vor dem Spiel in Schwaig! Das war schon ein Zeichen seines Vertrauens, da ich auch schon schlaflose Nächte hatte, daher musste ich nicht lange überlegen.

 

Kickers:

Teamchef Jakob Schleicher setzt viel Vertrauen in Deine sportliche Arbeit. Er spricht von Herz, Leidenschaft und voller Identifizierung die Du für die Kickers entwickelt hast. Ist das vielleicht ein Bestandteil des Erfolgsrezeptes bei den Kickers?

Martin Damrot:

Wenn ich etwas mache, mach ich das aus Überzeugung. Da gehört Herz, Leidenschaft und Identifizierung einfach dazu. Des Weiteren wird harte Arbeit irgendwann belohnt – davon bin ich überzeugt – ob auf oder neben dem Platz! Mein Tag beginnt um 06:00 Uhr in Bayreuth und endet  gegen 23:00 Uhr in Selb/Bayreuth. Ich denke die Mannschaft merkt einen an, ob man voll und ganz da ist oder eben auch nicht. Man sieht auch im höherklassigen Fußball, dass es nicht mehr auch das Alter ankommt, sondern eher auf die Methodik und die Spielphilosophie, aber die o.g. Punkte sind natürlich ein Bestandteil erfolgreicher Teamarbeit.

 

Kickers:

Wie man hört wirst Du die Fußballstiefel in der Landesliga nur noch im Notfall schnüren. Wirst Du Dich dennoch in der „Zweiten“ fit halten?

Martin Damrot:

Ja, das war ja ohnehin mein Plan. Am Spielfeldrand sieht und deutet man die Situationen besser und objektiver. Verletzungsbedingt musste ich immer wieder einspringen und ja, ich werde auch mal für unsere 2. Mannschaft auflaufen, wie der ein oder andere Mannschaftsspieler. 

 

Kickers:

Derzeit absolvierst Du Lehrgänge zum Erwerb der B-Lizenz. Somit scheinen für Dich die Weichen zum „Trainerdasein“ gestellt zu sein. Ist das genau „Dein Ding“ was Du immer angestrebt hast?

Martin Damrot:

Ja, richtig. Ich benötige noch einen Lehrgang, dann habe ich die B-Lizenz erworben. Leider ging das nicht so schnell, da Fußball, Arbeit und Lehrgänge schlecht unter einen Hut zu bringen sind. Ich wollte irgendwann immer Trainer werden, dass dies fast mit 30 Jahren schon der Fall sein wird, war nicht geplant. Wurde aber durch meine ständigen Knieprobleme beschleunigt, da Schmerzen einfach frustrieren.

 

Kickers:

Wie sind Deine Erwartungen an Dein Team für die Rückrunde, die ja am 02.11. in Großschwarzenlohe beginnt und auf die dann schon das Derby am 09.11. im Heimspiel gegen Röslau wartet?

Martin Damrot:

Natürlich wollen wir das Maximum rausholen und wenn wir die Spiele v.a. im Kopf annehmen, haben wir die Möglichkeit das zu erreichen.

 

Wir sagen herzlichen Dank an Martin das er sich die Zeit genommen hat unsere Fragen zu beantworten und den Fans und Lesern Einblick in seine Arbeit zu gewähren. Wir wünschen ihm an dieser Stelle alles Gute für seinen weiteren sportlichen Werdegang und natürlich auch viel Erfolg und noch viele schöne Stunden bei den Kickers.

 

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